Zwei Jahre nach der Katastrophe ist die Situation in den Erdbebengebieten in Mittelitalien nach wie vor schwierig. Die überbordende Bürokratie verzögert viele Wiederaufbauprogramme. In Umbrien sind zwar inzwischen alle Übergangsquartiere aufgebaut, doch 70 Prozent der Trümmer liegen noch auf Grundstücken und Straßenrändern. Die Wirtschaft hat sich kaum erholt und aufgrund der fehlenden Arbeitsplätze sehen sich immer mehr Menschen gezwungen, ihre Heimat zu verlassen.
Wie die Bevölkerung mit dieser Situation umgeht und warum es im Katastrophengebiet dennoch viel Hoffnung gibt, darüber gibt die Caritas gemeinsam mit dem Friedenszentrum Bozen am Donnerstag, 18. Oktober um 18 Uhr im Pastoralzentrum in Bozen im Rahmen eines Themenabends Auskunft. Er steht unter dem Motto „Wenn die Erde bebt: ein Leben zwischen Solidarität, Hoffnung und Enttäuschung“. Zu Gast ist unter anderem der Erzbischof der Diözese Spoleto-Norcia, Renato Boccardo, der sich bei den Südtiroler Spendern für die große Solidarität bedanken möchte. Der Caritas-Direktor von Spoleto-Norcia, Giorgio Pallucco, sowie zwei vom Erdbeben betroffene Landwirte berichten über den Fortgang der Caritas-Hilfsprogramme und über die Situation der Menschen im Erdbebengebiet.
Paolo Valente, der Caritas-Direktor unserer Diözese gibt Auskunft über den Einsatz der Spendengelder aus Südtirol. Von den insgesamt über 1,2 Mio an Spenden hat die Caritas bereits über 1,1 Mio. für die erste Nothilfe und für diverse Hilfsprojekte eingesetzt, die den Familien im Erdbebengebiet - vor allem Bauern und Handwerkern - helfen, sich eine neue Lebensgrundlage aufzubauen.