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El Niño gefährdet die Ernährung von Millionen Menschen

 

Anlässlich des Welttags der Ernährung am 16. Oktober macht die Caritas Diözese Bozen-Brixen auf die Folgen des Klimaphänomens El Niño aufmerksam. Die ungewöhnliche Erwärmung des Pazifiks beeinflusst Wetter- und Niederschlagsmuster weltweit und kann Dürren oder Überschwemmungen auslösen. Dadurch geraten Ernten, Fischerei und letztlich die Ernährung von Millionen Menschen in besonders verletzlichen Regionen unter Druck.

 

„Wie stark die Auswirkungen auf die verletzlichsten Bevölkerungsgruppen ausfallen werden, zeigt sich schon heute“, sagt Sandra D’Onofrio, Leiterin des Dienstes für Internationale Zusammenarbeit der Caritas. „Schätzungen der Vereinten Nationen zufolge könnten Extremereignisse im Zusammenhang mit El Niño, einem wiederkehrenden Klimaphänomen, das durch eine ungewöhnliche Erwärmung der Gewässer im Pazifik gekennzeichnet ist, bis zu 50 Millionen zusätzliche Menschen in den Hunger treiben. Deshalb müssen bereits jetzt Vorkehrungen getroffen werden."

Die Sorgen sind vielfältig und kommen zu den bereits sichtbaren Folgen des Klimawandels hinzu: „Von Überschwemmungen in Kenia über die Krise der Fischerei in Ecuador bis hin zur schweren Dürre in Mosambik. Unsere Partnerorganisationen vor Ort arbeiten bereits daran, Ernteausfälle und steigende Lebensmittelpreise einzudämmen sowie einer zunehmenden Mangelernährung vorzubeugen, insbesondere bei Kindern und Familien in schwierigen Lebenslagen", so D’Onofrio.

Um die Auswirkungen solcher Ereignisse zu verringern und die Widerstandskraft der lokalen Gemeinschaften zu stärken, unterstützt die Caritas verschiedene Maßnahmen: von der Sicherung von Wohnhäusern und Schulen in Überschwemmungsgebieten über den Aufbau von Lebensmittelvorräten bis hin zur Verteilung von dürreresistentem Saatgut und landwirtschaftlichen Schulungen, die nachhaltige und innovative Anbaumethoden fördern. In Kenia haben Partnerorganisationen der Caritas beispielsweise sogenannte „El Niño Response Teams" aufgebaut. Diese speziell geschulten Teams bereiten die Bevölkerung auf klimabedingte Risiken vor und sind im Katastrophenfall einsatzbereit, um Erste Hilfe zu leisten sowie Lebensmittel und andere lebenswichtige Güter zu verteilen.

„Phänomene wie El Niño werden die Fähigkeit vieler Gemeinschaften, ausreichend Nahrung zu produzieren und zu beschaffen, auch in Zukunft auf die Probe stellen", erklärt D’Onofrio. „Deshalb ist es entscheidend, schon heute in Prävention und die Selbstständigkeit der Menschen zu investieren, damit sie ihre Ernten und Einkommensquellen auch in schwierigen Zeiten schützen können."

Auch scheinbar kleine Maßnahmen können eine große Wirkung entfalten. Für viele Familien bedeuten sie die Chance, weiterhin ihre Felder zu bewirtschaften, ihre Kinder zu ernähren und sich eine stabilere Zukunft aufzubauen. „Wenn Hilfe rechtzeitig ankommt, kann selbst eine kleine Unterstützung den entscheidenden Unterschied machen und Ernährungskrisen verhindern", betont D’Onofrio abschließend.

Schülerinnen und Schüler der Landwirtschaftsschule in Machanga (Mosambik)
Die Folgen einer Überschwemmung in Portoviejo, Ecuador
Ein Haus in der Provinz Lamu (Kenia), das zum Schutz vor Überschwemmungen mit Planen und widerstandsfähigen Materialien verstärkt werden muss.

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