Erzählen, zuhören, sich wiedererkennen: Aus diesem Gedanken heraus entstand „Verwobene Geschichten. Gleiche Bedürfnisse, unterschiedliche Geschichten, dieselbe Menschlichkeit“, ein neues Sensibilisierungsprojekt des Dienstes Migrantes der Caritas Diözese Bozen-Brixen.
Das Projekt umfasst eine Reihe von Videointerviews, in denen Menschen mit und ohne Migrationserfahrung miteinander ins Gespräch kommen. Eltern, Berufstätige, Jugendliche und Erwachsene tauschen sich über Themen aus, die alle Menschen verbinden: Heimat, Arbeit, Traditionen, Zukunftswünsche und den Umgang mit Veränderungen. Ziel ist es, Gemeinsamkeiten sichtbar zu machen und Raum für gegenseitiges Verständnis zu schaffen.
„Oft stehen Unterschiede im Mittelpunkt der öffentlichen Debatte, während das, was uns verbindet, in den Hintergrund rückt. Mit diesem Projekt möchten wir die Menschen und ihre Geschichten in den Mittelpunkt stellen, sie aus einer interkulturellen Perspektive sichtbar machen und die gemeinsame Menschlichkeit hervorheben“, erklärt Sandro Tognolo, Leiter des Dienstes Migrantes.
„Verwobene Geschichten“ verfolgt mehrere Ziele: Es soll das interkulturelle Bewusstsein stärken, Vorurteile und Fehlinformationen abbauen und Dialog innerhalb der Südtiroler Gesellschaft fördern.
Gleichzeitig vermittelt es durch persönliche Erzählungen ein differenziertes Bild von Menschen mit Migrationsgeschichte und macht ihren Beitrag zum sozialen und kulturellen Leben des Landes sichtbar.
„Die Interviews zeigen nicht nur Gemeinsamkeiten und positive Erfahrungen, sondern auch Herausforderungen, die viele Menschen im Alltag erleben. Sie laden Bürgerinnen und Bürger ebenso wie Institutionen dazu ein, sich aktiv für eine offene und solidarische Gesellschaft einzusetzen“, sagt Tognolo. „Deshalb haben wir ,Verwobene Geschichten‘ als Wanderausstellung bzw. mobiles Projekt konzipiert und hoffen, es bald auch an Schulen präsentieren zu können.“
Die erste öffentliche Vorstellung von „Verwobene Geschichten“ findet am Freitag, 25. September, um 17.30 Uhr im Rosenbachsaal am Nikoletti-Platz in Bozen statt. Vorgestellt werden das Projekt sowie die ersten entstandenen Videointerviews.
Anschließend spricht der malische Schriftsteller und Aktivist Soumaïla Diawara, der sich seit vielen Jahren für Integration und den Dialog zwischen Kulturen engagiert. Seine Lebensgeschichte steht beispielhaft für einen gelungenen Neuanfang nach einer erzwungenen Flucht.
Ab 19.30 Uhr wird der Abend im Haus Migrantes, Romstraße 85 in Bozen, fortgesetzt. Bürgerinnen und Bürger, Freiwillige, Mitarbeitende sowie Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung sind eingeladen, einander kennenzulernen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Musik und kulinarische Spezialitäten aus verschiedenen Teilen der Welt sorgen für einen abwechslungsreichen Ausklang.
Die Veranstaltung ist kostenlos und für alle Interessierten offen.
Infos zu Migrantes:
Migrantes ist ein Dienst der Caritas Diözese Bozen-Brixen und wird im Auftrag des Betriebs für Sozialdienste Bozen geführt. Er bietet Menschen und Familien mit Migrationshintergrund und gültiger Aufenthaltsgenehmigung Beratung, Orientierung, Vermittlung und konkrete Wohn- und Unterstützungsmöglichkeiten.
Jährlich stehen zur Verfügung:
- 60 Plätze im Wohnheim für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (Aufenthaltsdauer bis zu 3 Jahre)
- 20 Plätze im Nachtquartier für Menschen ohne vorübergehende Unterkunft (Aufenthaltsdauer bis zu 30 Tage)
- Übergangswohnungen für 5 Familien in sozialen Notlagen (z. B. nach einer Zwangsräumung)










